Toilettenverstopfung: So befreist Du Rohre
Keine Angst vor der Rohrblockade: Wir verraten Dir hier alles, was Du wissen musst, um das WC wieder in Betrieb zu nehmen. Dazu klären wir, welche
Erste Schritte: Was tun, wenn die Toilette verstopft ist?
Beobachte aufmerksam den Wasserstand. Wenn es nicht mehr oder nur langsam abfließt, spüle nicht noch einmal. Damit könntest Du das Bad überschwemmen. Was auch immer das Toilettenrohr verstopft – bleib ruhig. In den meisten Fällen kannst Du die Verstopfung mit einfachen Mitteln lösen.
Hilfsmittel und Werkzeuge im Badezimmer für den Notfall sind immer sinnvoll. Dazu gehören:
- Gummihandschuhe,
- Pömpel und/oder Reinigungsspirale,
- Eimer,
- Schwamm oder Aufnehmer.
Nützlich sind auch ein Stück fester Draht oder ein Drahtkleiderbügel zum Herausfischen von versehentlich versenkten Objekten.
Mit dieser Ausrüstung lässt sich eine einfache Blockade, zum Beispiel ein hängengebliebener Klopapier-Knubbel, einfach lockern. Wie das geht, erfährst Du in den folgenden Abschnitten.
Hilfreiche Werkzeuge für ein verstopftes WC
Mit mechanischen Hilfsmitteln kannst Du eine Toilettenverstopfung preiswert, umweltfreundlich und effektiv lösen. Die Tools kannst Du immer wieder verwenden und es gibt mehrere bewährte Methoden. Wichtig: Erst per Hand (mit Handschuhen!) oder Klobürste alles Entfernbare aus der Toilette fischen.
Eine Saugglocke, umgangssprachlich „Pömpel“ genannt, ist ebenso simpel wie wirkungsvoll. Sie besteht lediglich aus einer Gummiglocke an einem griffigen Stab. Achtung: Pömpel gibt es in unterschiedlichen Durchmessern. Kleiner und flach für Spülbecken, größer und gewölbt für Toiletten. Achte darauf, dass Du einen in der passenden Größe verwendest.
So setzt Du Schritt für Schritt einen Pömpel bei einem Toilettenabfluss ein:
- Im WC-Becken muss etwas Wasser oberhalb des Abflusses stehen. Kippe eventuell ein wenig aus dem Eimer nach – so kannst Du die Menge besser kontrollieren als beim Spülen.
- Setze die Saugglocke fest auf die Abflussöffnung. Sie sollte vollständig mit Wasser bedeckt sein.
- Anschließend drückst Du den Pömpelstiel mehrfach kräftig nach unten und ziehst ihn wieder nach oben.
- Das erzeugt Über- beziehungsweise Unterdruck im Abflussrohr. Dadurch sollte die Blockade freigerüttelt werden.
- Ziehe den Pömpel vorsichtig von der Öffnung ab und kontrolliere, ob das Wasser bereits abfließt. Falls nicht, wiederhole den Vorgang.
- Am Ende spülst Du das Abflussrohr mit Wasser und reinigst den Pömpel bis zu seinem nächsten Einsatz.
Schon gewusst? Für Toiletten sind Pömpel als einfache Helfer zur Reinigung schon seit über 100 Jahren im Einsatz – seit es moderne Sanitäranlagen gibt.
Nicht immer reicht ein Pömpel aus, wenn die Toilette verstopft ist. Passt die Saugglocke nicht richtig oder sitzt die Verstopfung zu tief, brauchst Du eine Alternative – zum Beispiel eine Rohrreinigungsspirale für die Toilette.
Die Spirale gibt es in verschiedenen Längen und Stärken. Sie besteht aus flexiblem Stahl, oft mit Kurbelgriff am Ende. Manche Modelle haben vorn einen kleinen Haken. Bei der Arbeit mit der Abflussspirale brauchst Du ein bisschen Feingefühl:
- Führe die Spirale vorsichtig in den Abfluss ein.
- Drehe dabei den Griff. Diese Rotation überträgt sich auf die Spitze der Spirale, die sich wie ein Bohrer vorarbeitet. Dabei erfasst sie auch Ablagerungen wie Fette oder Haare und lockert die Blockade.
- Sobald Du auf Widerstand stößt, kannst Du die Spirale wieder zurückholen, indem Du die Drehrichtung langsam änderst.
- Arbeite dich langsam voran, ohne das Gerät fest ins Abflussrohr hineinzustoßen.
- Wiederhole den Vorgang bei Bedarf, bis sich die Verstopfung lockert. Du kannst sie dann mit Wasser freispülen.
Achtung: Verhakt sich die Spirale im Rohr, niemals mit Gewalt ziehen – das könnte das Rohr beschädigen. Lässt sie sich auch durch vorsichtiges Zurückdrehen nicht lösen, solltest Du einen Profi rufen. Fachleute haben die passende Ausrüstung und Kameratechnik, um die Ursache zu finden.
Wenn Du bei einer Toilettenverstopfung weder Saugglocke noch Abflussspirale zur Hand hast, kannst Du folgende Kniffe ausprobieren.
- PET-Flasche: Schraube den Deckel fest auf eine leere 1,5-Liter-Getränkeflasche und schneide mit einem scharfen Messer den Boden ab. Anschließend steckst Du die Flasche in das Abflussrohr (Flaschenhals nach oben) und bewegst sie auf und ab. Ähnlich wie beim Pömpel entsteht dabei Unterdruck. Die Verstopfung sollte sich lösen und das stehende Wasser abfließen.
- Frischhaltefolie: Wickle das WC-Becken mit einer Rolle Folie luftdicht ein. Beim Spülen entsteht Überdruck, die Folie wölbt sich nach oben. Drückst Du die Folie fest nach unten, wirkt sie wie eine große Saugglocke.
Toilette verstopft: Hausmittel
Liegt die Verstopfung an Ablagerungen und nicht an einem Hindernis, kannst Du zu umweltschonenden Hausmitteln greifen. Das regelmäßig zu machen, ist sowieso sinnvoll, auch ohne akuten Notfall. Mit einfachen Zutaten aus dem Vorratsschrank kannst Du schonend bei deiner Toilette den Abfluss reinigen und Verstopfungen vorbeugen – übrigens auch bei Wasch- und Spülbecken.
Methode | Vorgehen |
---|---|
Heißes Wasser | Mehrere Liter heißes (nicht kochendes) Wasser mit Spülmittel oder Neutralreiniger aus ca. einem Meter Höhe direkt in den Abfluss gießen. Der erzeugte Druck löst Blockaden, die Hitze weicht Fett und Seifenreste auf. Sei vorsichtig mit dem heißen Wasser! |
Backpulver und Essig | Zwei Tütchen Backpulver in die Toilette streuen, eine Flasche Haushaltsessig und ca. drei Liter heißes Wasser nachgießen. Über Nacht einwirken lassen, bis sich die Verstopfung auflöst. |
Cola | Eine Flasche Cola in die Toilette schütten, etwas Natron oder Backpulver hinzufügen. Nicht erschrecken: Die Mischung schäumt stark. Mehrere Stunden einwirken lassen. |
Allerdings hat die Wirkkraft solcher Hausmittel ihre Grenzen. Eine tiefsitzende Verstopfung der Toilette oder größere Fremdkörper lassen sich damit nicht lösen. Cola, Essig und Backpulver sind deshalb eher als Vorbeugung und bei leichten Verstopfungen geeignet.
Chemische Rohrreiniger – mit Vorsicht zu verwenden
Sollten mechanische Maßnahmen und Hausmittel nicht helfen, wenn der Abfluss der Toilette verstopft ist, sind Rohrreiniger die nächste Option. Sie gibt es als Flüssigkeit, Gel, Pulver oder Granulat und enthalten meist Natriumhydroxid, das mit Wasser zu einer ätzenden Lauge reagiert.
Viele Rohrreiniger sind jedoch sehr aggressiv und können Kunststoffrohre, Dichtungen oder Metallbeschichtungen beschädigen. Bei Hitzeentwicklung in engen Rohren drohen sogar Verformungen. Gegen Papier oder feste Objekte wirken Rohrreiniger kaum. Sie sind also eine absolute Notlösung!
Soll es trotzdem der Rohrreiniger sein, gibt es für das Abflussrohr von Toiletten speziell abgestimmte Produkte. Beachte dabei unbedingt die korrekte Dosierung und arbeite mit Handschuhen und Schutzbrille – es entstehen potenziell gefährliche Gase und Säuren.
Wie entstehen Verstopfungen in der Toilette?
Wenn im
- Toilettenpapier: Überraschend oft wird das Klo verstopft durch Klopapier. Große Mengen Klopapier können zusammenklumpen und das Rohr blockieren – besonders extraweiches, mehrlagiges Papier. Tipp: Maximal vier Blätter pro Spülgang und bei Bedarf zwischendurch spülen.
- Hygieneartikel: Tampons, Binden, Zahnseide & Co. gehören in den Müll, nicht ins Klo. Sie quellen auf, verkeilen sich und verursachen feste Blockaden.
- Ablagerungen: Kalk, Seifenreste und Fett bilden mit der Zeit Schicht für Schicht Rückstände, die die Rohre verengen.
- Essensreste: Speisereste (auch flüssige wie Suppe) können im Abfluss verklumpen. Dadurch wird die Toilette verstopft, außerdem können solche Rückstände sogar Ratten anlocken.
- Sonstige Fremdkörper: Zahnpastatube, Badespielzeug oder WC-Duftstein landen schnell im Klo. Fische Gegenstände schnell heraus, bevor sie unerreichbar im Rohr verschwinden.
Feuchtes Toilettenpapier: Nichts fürs Klo
Gut zu wissen: Feuchtes Toilettenpapier gehört nicht ins WC. Anders als normales Klopapier zersetzen sich die angefeuchteten Tücher nicht im Wasser, da sie aus reißfestem Vlies bestehen. Deshalb müssen sie in den Hausmüll. Das Gleiche gilt übrigens für Papiertaschentücher und Küchenpapier – auch sie sind stabiler als Klopapier und können das Rohr verstopfen.
Wann hilft nur noch der Profi?
Wenn nach Pömpel, Chemikalien und Co. die Toilette immer noch verstopft ist, muss der Experte ran. Anzeichen dafür sind:
- gluckernde Geräusche,
- unangenehmer Geruch aus den Abflüssen,
- Wasserablauf verlangsamt sich oder das Wasser bleibt stehen,
- stehendes Wasser steigt, ohne dass neues zugeführt wurde.
Kommen eines oder mehrere solcher Symptome zusammen, liegt die Ursache der Verstopfung eventuell an ganz anderer Stelle. Vielleicht ist das Fallrohr oder Hauptabflusssystem des Gebäudes oder eine Hebeanlage blockiert. An dieser Stelle kommt der Rohrreinigungs-Profi ins Spiel. Mit Spezialausrüstung und Know-how können die Fachhandwerker auch komplizierte Fälle von verstopften Toiletten lösen.
Wenn der Rohrreinigungs-Experte kommt, fragt er zuerst nach Art und Dauer der Toilettenverstopfung. Oft hilft ihm seine Erfahrung bereits bei einer ersten Einschätzung. Danach geht es Schritt für Schritt weiter.
- Sichtprüfung: Der Handwerker kontrolliert die Toilette und Abflüsse auf äußere Hinweise auf Schäden oder Blockaden. Dabei begutachtet er den Wasserstand und die Abflussgeschwindigkeit.
- Werkzeugeinsatz: Eventuell testet er anschließend Pömpel oder Spirale und nutzt bei Bedarf Hochdruck-Spülsysteme und motorbetriebene Abflussspiralen.
- Kamerainspektion: Bleibt die Blockade weiter bestehen, kommt eine kleine Spezialkamera zum Einsatz. Sie wird in das Rohr eingeführt und zeigt Beschädigungen oder Hindernisse.
- Demontage: Falls nötig, wird die Toilette oder Teile der Rohrleitung zerlegt oder ausgetauscht – beispielsweise, wenn sich herausstellt, dass ein Fallrohr blockiert ist. Bei einem komplexen Problem wird eventuell ein Spezialist für Rohr- oder Kanalsanierung hinzugezogen.
- Funktionalitätstest: Ist die Verstopfung entfernt, wird geprüft, ob das Wasser wieder problemlos abfließt.
Toilettenverstopfungen vorbeugen
Eine nicht nutzbare Toilette ist mehr als ärgerlich. Zwar lässt sich in den meisten Fällen ein verschlossener WC-Abfluss mit wenig Aufwand wieder in Gang bringen, ohne einen Handwerker zu bemühen. Noch besser ist es allerdings, wenn Du darauf aufpasst, dass die Toilette gar nicht erst verstopft.
Wenn der Abfluss so sauber bleibt wie möglich, gibt es weniger Ablagerungen.
- Schrubben: Benutze nach dem Toilettengang die Klobürste und löse Rückstände, bevor sie sich festsetzen können.
- WC-Reiniger: Mittel auf Essigbasis sorgen bei regelmäßiger Anwendung dafür, dass sich keine Kalkkrusten bilden.
- Rohrreinigung mit Hausmittel: Um die tieferen Bereiche des Rohrs sauber zu halten, kannst Du regelmäßig die oben beschriebenen sanften Hausmittel einsetzen.
- Richtig spülen: Kontrolliere auch die Funktion des Spülkastens. Nur, wenn das Wasser kräftig genug strömt, wird ordentlich weggespült, was fort soll.
- Toilettenpapier portionieren: Benutze nicht zu viel Klopapier auf einmal. Kommst Du mit einer kleinen Menge nicht aus, spüle zwischendurch ab.
Von selbst versteht sich, dass keine Fremdkörper in die Toilette gehören. Hygieneprodukte, Speisereste und natürlich auch feste Gegenstände dürfen nicht herunter gespült werden. Falls versehentlich ein Objekt in die Schüssel rutscht, versuche sofort, es zu bergen – auch, wenn dazu buchstäblich ein Griff ins Klo erforderlich ist.
Toilette verstopft: Häufig gestellte Fragen
Was sind die Gründe für einen verstopften Toilettenabfluss?
Verstopfungen entstehen meist durch Ablagerungen (Kalk, Seife, Fett) oder Fremdkörper wie Hygieneartikel oder Essensreste. Schleichende Verstopfungen kündigen sich durch langsames Abfließen an. Eine zu schwache WC-Spülung begünstigt Rohrblockierungen.
Welches Hausmittel hilft, wenn die Toilette verstopft ist?
Das einfachste Mittel: Heißes (nicht kochendes) Wasser mit etwas Spülmittel. Gieße mehrere Liter aus etwa einem Meter Höhe ins WC – das löst oft schon die Blockade. Auch Essig oder Cola mit Natron oder Backpulver wirken gut.
Welcher Rohrreiniger bei verstopfter Toilette?
Vom Einsatz chemischer Rohrreiniger bei Toiletten wird häufig abgeraten. WC-Abflussrohre unterscheiden sich in Material und Form von denen in
Was tun bei stehendem Wasser im Klo?
Ein zu volles WC-Becken erschwert den Einsatz von Reinigungswerkzeugen oder Hausmitteln. Senke den Wasserstand, indem Du Wasser abschöpfst, zum Beispiel mit einem kleinen Eimer oder einer Handförderpumpe.
Wie kann man einer Verstopfung der Toilette vorbeugen?
Spüle nur das herunter, was ins WC gehört: normales Toilettenpapier in moderaten Mengen. Feuchttücher, Hygieneartikel, Essensreste oder andere Fremdkörper entsorgst Du über den Hausmüll. Wichtig ist außerdem, immer gut zu spülen und die Toilette regelmäßig zu reinigen, noch bevor Ablagerungen entstehen.