Fleischfressende Pflanzen: Übersicht
Fleischfressende Pflanzen: Arten
Eine Sache haben alle fleischfressenden Pflanzen gemeinsam: Sie gönnen sich zwischendurch gerne mal eine Mücke, Ameise, Spinne oder Fliege. Deshalb werden fleischfressende Pflanzen auch Karnivoren oder Insektivoren genannt.
Die Karnivoren betreiben – wie andere Zimmerpflanzen auch – Fotosynthese. Das würde zum Überleben reichen. Insekten liefern den fleischfressenden Pflanzen aber neben Eiweiß weitere wichtige Nährstoffe, die für ein kräftiges Wachstum sorgen.
Es gibt mehrere Hundert fleischfressende Pflanzen Arten mit unterschiedlichen Ansprüchen an Boden, Licht und Temperatur. Informiere Dich vor dem Kauf über die Bedürfnisse Deiner fleischfressenden Pflanze.
Verfügbarkeit von fleischfressenden Pflanzen
In Dein Zuhause soll eine fleischfressende Pflanze einziehen? Bitte beachte, dass fleischfressende Pflanzen im Winter aufgrund der Winterruhe nicht in unserem Onlineshop verfügbar sind.
Standort für fleischfressende Pflanzen
Was alle fleischfressenden Pflanzen gemeinsam haben: Die Karnivoren brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Manche Arten, wie z. B. die Kannenpflanzen, brauchen eine so hohe Luftfeuchte, dass Du sie am besten in ein Terrarium oder Minigewächshaus stellst.
Fleischfressende Pflanzen pflegen gelingt, wenn sie viel Licht bekommen. Stell sie an einen hellen Ort. Die Schlauchpflanze, Venusfliegenfalle, Sonnentau oder die Kobralilie können direkt am Südfenster stehen.
Aber Achtung: Einige Arten mögen keine direkte Mittagssonne. Die Kannenpflanze oder das Fettkraut, stellst Du lieber ans Nordfenster.
Tipp: Fleischfressende Pflanzen, die keine Winterruhe halten, brauchen im Winter einen Extraschub Licht. Nutze dafür Pflanzenleuchten.
Fleischfressende Pflanzen kannst Du im Sommer auf den Balkon, die Terrasse oder in den Garten stellen. Gewöhne die Pflanzen langsam an den neuen Standort. Es gibt auch heimische frostharte Karnivoren, die das ganze Jahr über draußen bleiben können.
Exotische Exemplare solltest Du rechtzeitig zum Herbst wieder ins Haus holen oder ganzjährig auf der Fensterbank halten.
Wichtig: Einzelne Sorten wie z. B. die Venusfliegenfalle brauchen eine
Fleischfressende Pflanzen pflegen
Wenn Du Fleischfressende Pflanzen pflegen willst, musst Du das vor allem von der Art und Züchtung abhängig machen. Aber natürlich gibt es ein paar ganz generelle Pflegehinweise für Karnivoren.
Fleischfressende Pflanzen mögen z. B. grundsätzlich kein kalkhaltiges Leitungswasser. Außerdem musst Du Insektivoren nicht düngen. Fleischfressende Pflanzen brauchen vor allem Pflege in Sachen Feuchtigkeit.
Fleischfressende Pflanzen pflegen: Wir haben passende Pflegetipps für alle fleischfressende Pflanzen Arten.

Fleischfressende Pflanzen lieben feuchte Erde. Beim Gießen der Karnivoren gibt es aber einiges zu beachten:
- Nutze nährstoffarmes, kalkfreies oder destilliertes Wasser, am besten Regenwasser zum Gießen. Leitungswasser lkann Deine Insektivoren schädigen.
- Die meisten fleischfressenden Pflanzen mögen es nicht, wenn Du sie von oben gießt. Besser ist die Anstaubewässerung: Stell Deine fleischfressende Pflanze auf einen Untersetzer und fülle ihn 1–2 cm mit Wasser. Lass den Untersetzer komplett austrocken, bevor Du nachfüllst.
Fleischfressende Pflanzen pflegen – wichtig: die Luftfeuchtigkeit.
- Sorten wie die Venusfliegenfalle kommen mit einer Luftfeuchtigkeit von etwa 40 % gut klar. Stelle dafür eine Schale mit Blähton unter den Pflanztopf – vor allem bei trockener Heizungsluft.
- Einige Arten der Kannenpflanzen brauchen eine Luftfeuchte von 80–100 %. Da hilft dann nur noch ein Terrarium.
Tipp: Mit einem Hygrometer hast Du die Luftfeuchte immer im Blick.
Karnivoren brauchen keine zusätzlichen Nährstoffe in Form von regelmäßigen Düngergaben. Im Gegenteil: Dünger kann den fleischfressenden Pflanzen sogar schaden.
Willst Du Deinen Karnivoren etwas Gutes tun, topfe sie lieber ein Mal im Jahr in Spezialerde um.
Du willst Deine fleischfressende Pflanze umtopfen? Dann ist eine Spezialerde für fleischfressende Pflanzen die richtige Wahl. Mit normaler Pflanzenerde kommen sie in der Regel nicht so gut zurecht.
Der pH-Wert der nährstoffarmen Spezialerde ist sauer und damit perfekt auf die Bedürfnisse der Karnivoren abgestimmt. Durch den Torf-Anteil kann die Erde Feuchtigkeit gut speichern.

Karnivoren nicht füttern
Du musst Deine genügsamen fleischfressende Pflanze nicht mit selbst gefangenen Mücken, Spinnen & Co. füttern. Du kannst natürlich Deine fleischfressenden Pflanzen mal füttern, ob das Fangen der Beute zu beobachten, das sollte aber eine Ausnahme bleiben.
Wichtig: Eine Venusfliegenfalle kann das Fangblatt nur bis zu fünf Mal öffnen, bevor es abstirbt.
Schädlinge an fleischfressenden Pflanzen
Eigentlich sind ja die fleischfressenden Pflanzen die Jäger. Aber gerade geschwächte Pflanzen sind anfällig für Angriffe von Pflanzenschädlingen.
Wie bei allen anderen Zimmerpflanzen gilt auch bei fleischfressenden Pflanzen: Die beste Abwehr gegen Schädlinge ist das Vorbeugen. Sorge mit dem richtigen Standort und Pflege für gesunde Pflanzen.
Ist es doch zu einem Befall mit Blattläusen, Trauermücken und Co. gekommen, hilft Dir unser Ratgeber dabei, die Schädlinge zu bekämpfen:
Wie pflege ich fleischfressende Pflanzen im Winter?
Fleischfressende Pflanzen pflegen – auch im Winter? Ob Deine Karnivoren eine Winterruhe brauchen, hängt von der Art Deiner fleischfressenden Pflanze ab.
- Insektivoren aus gemäßigten Zonen (z. B. Venusfliegenfalle): Diese fleischfressenden Pflanzen machen Winterruhe und brauchen dafür einen hellen Ort mit in der Regel max. 12 Grad Celsius ohne Zugluft. Denk daran, während der Winterruhe weniger zu gießen.
- Fleischfressende Pflanzen aus tropischen Gebieten (z. B. Kannenpflanze) brauchen das ganze Jahr die gleichen Temperaturen und damit keine Winterruhe. Wichtig: Durch die kurzen Tage kann es allerdings passieren, dass es diesen Zimmerpflanzen an Licht fehlt. Eine Pflanzenlampe sorgt dann für genug Helligkeit am Nachmittag.
- Heimische, winterharte Insektivoren kannst Du im Moorbeet lassen. Über Winter ziehen sie sich in die Wurzel zurück und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus.
Hast Du Deine fleischfressenden Pflanzen in Töpfen, solltest Du sie besser geschützt überwintern.
Welches Terrarium für fleischfressende Pflanzen?
Mit einem Terrarium ist es deutlich leichter, die erforderliche Luftfeuchtigkeit zu halten. Nachteil ist allerdings, der begrenzte Platz und es deutlich schwerer, für eine Winterruhe zu sorgen.
Achte deshalb beim Kauf fleischfressender Pflanzen, die Du in ein Terrarium setzen willst, auf diese Punkte:
- Die Karnivoren sollten langsam wachsend sein und nicht zu groß werden.
- Die Fleischfresser müssen eine hohe Luftfeuchte gut wegstecken können.
- Die Karnivoren sollten keine Winterruhe brauchen.
Fürs Terrarium geeignet sind z. B.:
- südamerikanische Arten des Sonnentaus
- der Sumpfkrug
- schwachwüchsige oder kleinwüchsige Arten der Kannenpflanzen
Tipp: Dein Terrarium sollte hell stehen, meide aber die pralle Mittagssonne. Sonst kann es sich so stark erwärmen, dass die Pflanzen Schaden nehmen. Lüfte im Sommer regelmäßig oder entscheide Dich für ein offenes Terrarium.
Überleg Dir am besten schon im Vorfeld, wie Dein Terrarium aussehen soll. Verschiedene Ebenen wirken optisch immer ausgezeichnet.
Denk an die Ansprüche der Bewohner: Fleischfressende Pflanzen, die es trockener mögen, platzierst Du weiter oben, andere Pflanzen lieber in niedrigeren, feuchteren Bereichen.
- Lege eine Drainageschicht aus Blähton oder Tongranulat aus.
- Darauf kommt dann die Spezialerde für Karnivoren – mind. 5 cm hoch.
- Nutze außerdem Steine, Wurzeln, Lavagranulat oder Pinienrinde, um etwas Struktur ins Terrarium zu bekommen.
Moorbeet für winterharte Karnivoren
Winterharte fleischfressende Pflanzen kannst Du auch in Deinen Garten pflanzen. Allerdings brauchen die Karnivoren ein spezielles Moorbeet.
Das Moorbeet legst Du so an:
- Such Dir zuerst einen vollsonnigen Standort und hebe ein etwa etwa 60 cm tiefes Loch für Dein Moorbeet aus.
- Leg das Loch jetzt mit Teichfolie aus damit das Wasser nicht versickert. Diese kann ruhig Falten schlagen. Achte aber darauf, dass die Folie über den Rand Deines Lochs hinauslappt.
- Damit Dein Moorbeet mit ausreichend Wasser versorgt ist, musst Du Dir einen Wasserspeicher bauen. Dafür kannst Du einen oder mehrere Mörtelkübel besorgen.
- Bohre an allen Seitenteilen und am Boden des Mörtelkübels einige Löcher. Setze den Mörtelkübel jetzt mit der Öffnung nach unten in Dein Pflanzloch. Der Mörtelkübel schafft einen Hohlraum, in dem sich das Wasser sammeln kann. Die Torferde kann sich so die Feuchtigkeit ziehen.
- Fülle den Boden Deines Pflanzlochs mit einem oder mehreren Mörtelkübeln, bis der Boden bedeckt ist. Die Kübel sollten so hoch sein, dass noch etwa 20 cm für die Pflanzschicht bleiben.
- Jetzt kannst Du den Torf anwässern. Dieser muss ungedüngt, nur schwach zersetzt sein und einen sauren pH-Wert haben. Wichtig: Achte darauf, Dein Moorbeet in den nächsten zwei Wochen ordentlich zu gießen.
- Du kannst das Beet mit verschiedenen Ebenen gestalten. Das macht Dein Moorbeet interessanter und bietet bessere Bedingungen für Deine fleischfressenden Pflanzen.
- Die Teichfolie sollte etwa 15 cm über den Rand lappen. Den Rest kannst Du jetzt abschneiden. Es sollte einen kleinen Abstand zwischen Rand und Moorbeet geben.
- Jetzt kannst Du das Moorbeet mit fleischfressenden Pflanzen und den Rand mit Begleitpflanzen bepflanzen.
Bevor Du fleischfressende Pflanzen in Dein Moorbeet setzt, kannst Du auch noch größere Steine und Wurzeln zur Deko platzieren und so Deinem Moorbeet Struktur geben.
Achte beim Pflanzen Deiner fleischfressenden Pflanzen auch auf den Sonnenstand: Kleinere Pflanzen müssen nach vorne, größere Pflanzen weiter nach hinten. So bekommen alle gleichmäßig Sonne ab.
Starte beim Bepflanzen Deines Moorbeets mit den hohen fleischfressenden Pflanzen wie winterharten Schlauchpflanzen. Plane bei den Schlauchpflanzen etwas Platz ein, weil sie noch wachsen werden.
Jetzt kannst Du mit kleineren fleischfressenden Pflanzen wie winterharten Sonnentau Arten oder Fettkraut weitermachen. Danach kannst Du mit Begleitpflanzen das Beet auffüllen. Das können z. B. Moornelke, Besenheide, Torfmoos und Wollgräser sein. Achte bei Wollgräsern darauf, dass sie horstbildend sind, sonst kapern die Ausläufer Dein ganzes Moorbeet.
Als Begleitpflanzen für den Rand Deines Moorbeets eignen sich z. B. Gräser ausgezeichnet.
Moorkübel für Balkon & Terrasse
Du hast keinen Garten? Leg Dir stattdessen einen Moorkübel für fleischfressende Pflanzen an. Die Schritte sind genau so wie beim Moorbeet, nur dass statt Mörtelkübel kleinere Pflanztöpfe reichen. Der Moorkübel passt dann auch auf Balkon und Terrasse. Geeignet ist z. B. eine Zinkwanne. Bei kleinen und flachen Gefäßen kannst Du den Wasserspeicher weglassen.
Fangtechniken der Karnivoren
Klappfalle, Klebefalle, Fallgrubenfalle: Fleischfressende Pflanzen haben – je nach Art – verschiedene Fangtechniken entwickelt.
Ein schneller Überblick über die verschiedenen Fangtechniken fleischfressender Pflanzen:
Die bekannteste Fangmethode ist die Klappfalle. So fängt z. B. auch die Venusfliegenfalle Mücken, Ameisen oder Spinnen.
So funktioniert's: Die Kanivore hat zwei Blatthälften, die auf den Blattinnenseiten kleine Fühlhaare haben. Berührt ein Insekt mehrmals die Fühlhaare, klappen die zwei Blatthälften innerhalb weniger Sekunden zu.
Ein Sekret der fleischfressenden Pflanze dabei, das Insekt zu verdauen. Wenige Tage später öffnen sich die Blatthälften mit den unverdaulichen Resten wieder.
Fleischfressende Pflanzen wie der Sonnentau setzen auf Klebefallen.
So funktionierts: Die Kanivore sondert ein klebriges Sekret ab, das auf den Blättern oder an den Tentakelspitzen der Blätter austritt. Das Sekret ist klebrig und dient als Lockstoff. Die Insekten bleiben kleben und werden mit Hilfe eines Enzyms verdaut. Es gibt auch Insektivoren, die ihre Beute aussaugen.
Schlauchpflanzen und Kannenpflanzen sind mit Fallgrubenfallen ausgestattet.
So funktionierts: Die Blätter dieser fleischfressenden Pflanzen bilden einen Hohlraum. Mit einem süßlichen Geruch locken sie Insekten an, die in den Hohlraum fallen. Wegen der glatten Innenwände und der Enge kann sich die Beute nicht befreien.
Im unteren Schlauchbereich der Fallgrubenfalle wird die Beute verdaut und der Verdauungssaft in die Schläuche gepumpt. Die Schlauchwände nehmen die Nährstoffe auf.
Fleischfressende Pflanzen: häufige Fragen
Es gibt spezielle Erde für fleischfressende Pflanzen. Sie ist besonders nährstoffarm und hat einen sauren pH-Wert. Das mögen alle fleischfressende Pflanzen Arten.
Alternativ zur klassischen Erde, kannst Du fleischfressende Pflanzen auch in einem Moorbeet im Garten pflanzen. Wie das funktioniert erklären wir Dir im Kapitel



















